D'Gassenhauer

Sie werden zur “Jungen Generation” der Villinger Kneipenfastnachter gezählt, die drei „Gassenhauer“.
Dabei sind Andreas Duffner (30), Thomas Streit (38) und Dominik Schaaf (30), obwohl relativ jung an Jahren, bereits richtig „alte Hasen“. Das populäre Trio kann, man mag es kaum glauben, auf eine zehnjährige „Bühnenkarriere“ bei den Katzenmusikerbällen zurückschauen.



Entdeckt wurde ihr Talent einst von Thomas Moser, dem spitzmäuligen Starbüttenredner und damaligen Regisseur der Katzenmusikerbälle.
Die Villinger Jungs, damals noch zu fünft, hatten sich ihre ersten Auftritts-Sporen verdient, waren beim Villinger Feuerwehrball aufgetreten und mit drei selbstgetexteten Liedlein durch die Villinger Fasnetskneipen gezogen.

Das war im Jahr 2000, der Beginn ihrer Katzenball-Karriere. Dokumentiert ist ihr Aufstieg dadurch, dass die „Gassenhauer“ zunächst am Anfang des Programms auftraten und im Laufe der Jahre immer weiter nach hinten rutschten, dorthin also, wo eine geschickte Regie die Höhepunkte platziert. Inzwischen platzieren sich die „Gassenhauer“ selbst ans Programmende. Denn ihr Kamuvi-Engagement war so erfolgreich, dass Dominik Schaaf und Thomas Streit die Chefs von dem Ganzen geworden sind. 2009 gaben sie ihr Debüt als Ballregisseure, und das mit
großem Erfolg. Und weil sie den Ablauf koordinieren, bleibt für ihren Auftritt schon aus organisatorischen Gründen nur die Schlussnummer übrig.



Das Markenzeichen der „Gassenhauer“ sind selbstgetextete Liedlein, zumeist unterlegt mit bekannten Melodien, im Villinger Dialekt, gewürzt mit Seitenhieben aus dem unerschöpflichen Fundus des Villinger Ortsgeschehens und je nach Gusto abgeschmeckt mit sanfter Ironie oder deftiger Kraftmeierei. Die Texter Andreas Duffner und Dominik Schaf haben ein Händchen dafür, die Balance aus frech und „hoamelig“ zu wahren. Zur Gitarre von Gassenhauer-Musikus Andreas Duffner erklingen ihre witzigen Lieder stets in souveräner Leichtigkeit. Die Themen kreisen um die
Fasnet und ums Geschehen im Villinger Städtle. Zu den bekanntesten Liedern zählt der „Fasnethasser“, ein Song, der sich mit der unfassbaren Mentalität eines Menschen auseinandersetzt, der die Fastnacht nicht leiden kann. Ihr größter Gassenhauer dürfte allerdings die Ode an die „Blutorange“ sein, die von einem Glonki beim Umzug ins Publikum gefeuert wird und der die drei Barden „einen guten Flug“ wünschen.
Warum ausgerechnet dieses wenig tiefsinnige Lied so gut ankam ?
Es ist allen drei ein Rätsel.



Nach wie vor aber haben die „Gassenhauer“ ein zweites närrisches Standbein und machen ihrem Namen alle Ehre. Sie gehen an Fastnacht immer noch „uff d'Gass“ und ziehen mit ihren Liedlein durch die einschlägigen Villinger Lokale. Die ungezwungenen Auftritte bei der Kneipenfasnet machen ihnen noch mehr Spaß als die Präsentation auf der großen Tonhallen-Bühne, wo jeder Ton sitzen muss.

Für die drei waschechten Villinger ist diese Belastung zwischen Katzenball und Kneipenfasnet, früher auch noch Feuerwehrball, ein gewaltiger Stress. Zumal sie ihre Auftritte stets erst auf den letzten Drücker ausarbeiten. Doch wenn das Publikum mitgeht, wenn ihr Programm bejubelt wird, wenn ihnen wildfremde Leute auf der Straße auf die Schulter klopfen, dann wächst daraus neue Motivation.
Als sie vor einigen Jahren schon beim Einmarsch auf die Bühne beim Katzenball bejubelt wurden, ohne nur einen Ton gesungen zu haben, war das ein sensationeller Moment für das Trio. „ Da bekommt man eine Gänsehaut“, erinnert sich Thomas Streit. Deshalb denkt keiner ans Aufhören.
Also noch einmal zehn Jahre? Nein, die Zeit ist nicht ihr Kriterium. Es ist die Lust: „Wir machen weiter, so lange es uns Spaß macht.“

(Text: Südkurier )

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